Volunteering im Krüger Nationalpark in Südafrika mit Wayers
Mein Erfahrungsbericht
Freiwilligenarbeit in Südafrika – das klang für mich nach Abenteuer, Verantwortung und neuen Perspektiven. Genau das war es auch. Dank Wayers (damals Praktikawelten) durfte ich Teil eines Projekts sein, das mich selbst verändert hat. Bei der Arbeit mit Tieren habe so viel erlebt, gelernt und gefühlt, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Aber ich versuche es. In diesem Beitrag erzähle ich dir von meiner Zeit in Südafrika: über meine Aufgaben im Projekt, meine Highlights– und warum ich jedem so eine Reise ans Herz legen kann.
Was ist Wayers?
Wayers (früher bekannt als Praktikawelten) ist ein deutscher Reiseveranstalter, der sich auf internationale Bildungs- und Erlebnisreisen für junge Menschen spezialisiert hat – darunter auch Freiwilligenarbeit (Volunteering), Work & Travel, Sprachreisen, Auslandspraktika, Schulaufenthalte und mehr. Insgesamt kann man zwischen 300 Projekten aus verschiedenen Bereichen wählen.
Warum habe ich mich für dieses Projekt entschieden?
Ich habe mich für das Freiwilligenprojekt „Wildlife Premium Greater Krüger-Nationalpark“ in Südafrika entschieden, da mich die Tiere, das Land an sich, die Natur und die Kultur schon immer fasziniert haben. Südafrika war schon für sehr lange Zeit auf meiner Bucketlist und mein Ziel war es schon immer die Big Five zu sehen. Also bin ich nach meinem Abi los. Bei Wayers (Praktikawelten) hat zuvor eine Freundin von mir ein anderes Projekt gemacht und war begeistert. Deswegen habe ich mich für diese Organisation entschieden.
Land: 🇿🇦 Südafrika
Projekt: Wildlife & Naturschutz
Region: Greater Kruger Nationalpark
Organisation: Wayers
Meine Aufenthaltsdauer: 4 Wochen
Unterkunft: Wildlife Camp
Verpflegung: normales Essen wie in Deutschland (Toast, Spaghetti…)
Alter bei meiner Reise: 19
Kosten meiner Reise: 3.814€
Meine Bewertung: ⭐⭐⭐⭐⭐
Würde ich es wieder machen? Ja
Hinweis: Mein Aufenthalt fand [Jahr] statt. Preise, Unterkünfte, Aufgaben und Abläufe können sich seitdem geändert haben. Aktuelle Angaben findest du direkt beim Veranstalter.
Der Krüger Nationalpark
Der Krüger Nationalpark ist ein riesiges, geschütztes Natur- und Safari-Gebiet im Nordosten Südafrikas. Er bietet die Chance, Afrikas Big Five (Löwe, Elefant, Nashorn, Büffel, Leopard) in freier Wildbahn zu erleben – und das in einer beeindruckend vielfältigen Landschaft. Er ist über 19.000 km² – fast so groß wie Rheinland-Pfalz. Er ist die Heimat von über 500 Vogelarten, 140 Säugetierarten und unzähligen Reptilien & Pflanzen.
Anreise zum Projekt
Die Anreise zum Wildlife-Projekt war zwar lang, hat bei mir aber problemlos funktioniert. Insgesamt war ich ungefähr einen ganzen Tag unterwegs und habe dabei mehrere Etappen zurückgelegt.
Deutschland → Südafrika → Hoedspruit → Transfer → Camp
Zunächst ging es für mich mit dem Zug zum Flughafen. Anschließend folgten zwei Flüge: zuerst nach Johannesburg und von dort mit einem Anschlussflug weiter nach Hoedspruit.
🧳 Bin ich alleine geflogen?
Ja. Ich bin alleine aus Deutschland gestartet. In Johannesburg habe ich am Flughafen dann allerdings bereits einige andere Teilnehmer getroffen, die ebenfalls zum gleichen Projekt unterwegs waren. Dadurch war der letzte Teil der Reise direkt etwas entspannter.
✈️ Wie war der Umstieg in Johannesburg?
Der Anschlussflug war für mich überhaupt kein Problem. Der Umstieg in Johannesburg war unkompliziert und ich habe mich gut zurechtgefunden.
🚐 Hat die Abholung in Hoedspruit funktioniert?
Ja, alles hat super funktioniert. Nach der Landung in Hoedspruit wurden wir abgeholt und anschließend gemeinsam mit dem Transfer zum Camp gebracht.
⏰ Wie lange dauert die Anreise?
Mit Zugfahrt, zwei Flügen, Umstieg und Transfer solltest du ungefähr einen ganzen Reisetag einplanen. Die genaue Dauer hängt natürlich von deiner Verbindung und den Wartezeiten zwischen den Flügen ab.
💡 Mein Tipp: Wenn du zum ersten Mal alleine so weit reist, kann die Strecke zunächst etwas einschüchternd wirken. Bei mir war die Anreise aber deutlich unkomplizierter als erwartet – und spätestens in Johannesburg habe ich bereits andere Volunteers kennengelernt, die denselben Weg hatten.
Das Projekt
Ich habe mich für das Freiwilligenprojekt „Wildlife Premium Greater Krüger-Nationalpark“ in Südafrika entschieden. Ich war für einen Monat dort und es war die beste Zeit meines Lebens. Man lernt viel über den Nationalpark und die Tierwelt. Unsere Gruppe bestand aus 10 Leuten und zwei Ranger. Es gibt zudem Einführungsveranstaltungen, wie du dich im Park und in Gegenwart von Tieren zu verhalten hast.
Um 5 Uhr morgens mussten wir aufstehen und frühstücken. Man fährt 2x pro Tag mit dem Geländewagen raus (früh morgens & abends) und erledigt verschiedene Aufgaben. Von 9-16 Uhr hat man Freizeit (das heißt wir konnten uns ausruhen, Spiele spielen oder im Pool schwimmen gehen) und um 16 Uhr fährt man wieder raus für 2 Stunden. Am Abend kann man dann wunderschöne Sonnuntergänge beobachten oder man unternimmt eine Nachtfahrt.
Unsere Aufgaben:
- Tiere zählen und beobachten
- Kameras auswerten und austauschen
- Vögel zählen
- Spuren von Tieren lesen
- Reservat Arbeit (Wege befahrbar machen)
- Bush Walk (zu Fuß durch den Nationalpark)
- Maroela Tree Servey (Bäume ausmessen)
Die Unterkunft
Die Unterkunft war ein Camp, mitten im Kruger Nationalpark. Es gibt mehrere Mehrbettzimmer, eine Küche zum selber kochen (drei Mahlzeiten am Tag) und sogar einen Pool. Das Camp ist sehr einfach, heißt nichts luxuriöses. Zudem gibt es keinen Zaun ums Camp herum. Man lebt in Mitten von Natur und Tierwelt. Verschiedenste Tiere kamen jeden Tag zu besuch: Antilopen, Affen, Elefanten, Löwen und Leoparden-alles ist möglich.
Unterkunft
Zimmer: Mehrbettzimmer
Bad: Ja
Küche: Ja
WLAN: Ja
Pool: Ja
Klimaanlage: Nein
Moskitonetz: Ja
Wäsche waschen: Ja
Strom: Ja
Sauberkeit: ⭐⭐⭐⭐☆
Komfort: ⭐⭐⭐☆☆
Meine Gesamtbewertung: ⭐⭐⭐⭐☆
Freizeit, Ausflüge & Südafrika erleben
Man hat einmal in der Woche frei und kann sich für einen Ausflug entscheiden oder man verbrachte den Tag im Camp. Man hatte die Wahl zwischen:
- Eine Safari im Kruger-Nationalpark
- Panoramatour (Blyde River Canon)
- Hoedspruit
- Rehabilitationszentrum für Tiere
- Ein Flusspferd besuchen
Meine persönlichen Highlights
- Eine Löwenmutter und ihre zwölf Jungen zu sehen
- Drei Nashörner die um ihr Revier gekämpft haben
- Das erste Mal einen Leoparden zu sehen (die sind sehr selten)
- Nachts einen männlichen Löwen zu sehen
- Ein Krokodil, dass eine Antilope im Wasser getötet und gefressen hat
- Übernachtungen mitten im Nationalpark ohne Zaun und mit Nachtwachen
Meine Kosten
Projekt: 4 Wochen: ca 1860€Flug: ca. 1200€ (inklusive Inlandsflug)
Impfungen: 60€
Malaria Tabletten: 350€
Wlan: 6€ pro Woche
Ausflüge: ca 200€
Verpflegung: ca.100€
Souvenirs: ca 20€
Meine Kosten insgesamt: 3.814€
Meine Erfahrung mit Wayers
Die Organisation von Wayers ist super. Sobald man über Wayers bucht, bekommt man eine ganze Liste von wichtigen To-Do’s, die man vor der Reise erledigen sollte (Impfungen) und eine Packliste. Das Projekt hat mega viel Spaß gemacht, man wurde pünktlich vom Flughafen geholt und zurückgebracht und die Ranger waren total nett. Man wird also super gut vorbereitet. Die Gruppe war super-alle Altersgruppen waren vertreten-die meisten kamen aus Deutschland.
Bewertung Wayers
Organisation: ⭐⭐⭐⭐☆
Vorbereitung: ⭐⭐⭐⭐☆
Kommunikation: ⭐⭐⭐⭐☆
Betreuung vor Ort: ⭐⭐⭐⭐☆
Unterkunft: ⭐⭐⭐☆☆
Projektarbeit: ⭐⭐⭐⭐☆
Freizeit: ⭐⭐⭐⭐☆
Preis-Leistung: ⭐⭐⭐☆☆
Gesamtbewertung: ⭐⭐⭐⭐☆
Meine Tipps für zukünftige Teilnehmer:innen
- Informiere dich vorab gut über das Projekt
- Zwischen Buchung und Reise sollten ein paar Monate zwischen liegen (Impfungen, Reisepass und Besorgungen)
- Befolgt die Anweisungen, die Wayers euch schicken inkl. Packliste
- Freiwilligenarbeit bedeutet nicht, Urlaub zu machen – sondern Teil von etwas Echtem zu werden
- Du bist nicht der Retter – du bist Helfer auf Zeit, Lernender, Unterstützer
- Englisch ist in den meisten Projekten die Hauptsprache – Grundkenntnisse sind Pflicht
Welchen Impact hat das Volunteering wirklich?
Eine Frage, die ich mir im Nachhinein besonders gestellt habe, ist: Was bringt meine Arbeit als Volunteer eigentlich wirklich? Schließlich war ich nur für einen begrenzten Zeitraum vor Ort – und zwei Wochen allein werden natürlich nicht den Naturschutz in Südafrika verändern.
Während meines Aufenthalts habe ich bei verschiedenen Aufgaben rund um Wildlife Monitoring, Datenerfassung und Naturschutz mitgeholfen. Dazu können beispielsweise Tierbeobachtungen, Vogelzählungen, die Arbeit mit Kamerafallen oder praktische Arbeiten im Reservat gehören. Die einzelnen Tätigkeiten wirken auf den ersten Blick vielleicht klein, sind aber Teil eines längerfristigen Projekts, an dem über das Jahr hinweg viele Volunteers und Mitarbeitende beteiligt sind.
Gerade die gesammelten Daten können dabei helfen, Tierbestände und Veränderungen im Ökosystem über einen längeren Zeitraum zu beobachten. Wayers veröffentlicht mittlerweile auch eigene Angaben zu durchgeführten Vogelzählungen, Tierbeobachtungen und weiteren Maßnahmen innerhalb seiner Projekte.
Trotzdem finde ich es wichtig, den eigenen Beitrag realistisch einzuschätzen: Ich kann nicht messen, welchen langfristigen Effekt meine zwei Wochen persönlich hatten. Und Volunteering sollte meiner Meinung nach auch nicht mit dem Gedanken verbunden sein, innerhalb weniger Wochen „die Welt zu retten“.
Für mich lag der Wert deshalb nicht nur in meiner konkreten Arbeit, sondern auch darin, mehr über Naturschutz, Wildtiere und die Herausforderungen eines Schutzgebietes zu lernen. Gleichzeitig hat mir die Erfahrung gezeigt, wie wichtig langfristige Projekte und kontinuierliche Datenerhebung sind.

Voluntourismus: Seriöse Projekte erkennen & nachhaltig unterstützen
Voluntourismus verbindet Reisen mit sozialem Engagement – doch nicht jedes Projekt hält, was es verspricht. Während viele Angebote echte Hilfe leisten, stehen andere in der Kritik, mehr zu schaden als zu nutzen. Wer sinnvoll helfen möchte, sollte genau hinschauen: Welche Organisation arbeitet transparent? Wo kommt die Unterstützung wirklich an? Und wie nachhaltig ist das Engagement vor Ort? In diesem Artikel erfährst du, woran du seriöse Voluntourismus-Projekte erkennst und wie du deine Reise so gestaltest, dass sie einen positiven Unterschied macht – für dich und die Menschen vor Ort.
Fazit
Würde ich das Projekt weiterempfehlen? Definitiv! Es war die beste Entscheidung und auch die beste Reise (bis jetzt) in meinem Leben. Man lernt so viel über die Tiere und die südafrikanische Kultur und Natur kennen. Auch meine Englischkenntnisse haben sich dadurch verbessert. Für jeden Tierliebhaber ist das ein MUSS. Ich würde das Projekt sofort nochmal machen. Zudem erlebt man auch so viele coole Dinge, die man auf einer „normalen“ Reise, nicht erleben würde.








