In Swiftkirchen mit Taylor Swift 2024
Eine Konzert-Review
Am Freitagabend, den 19. Juli 2024, verwandelte die amerikanische Sängerin Taylor Swift zum dritten Mal in Folge mit der „Eras Tour“ die VELTINS-Arena in Gelsenkirchen mit knapp 60.000 Besuchern in ein Meer aus Lichtern und Gesang und ich war live dabei. Viel Spaß bei meiner kleinen Konzert-Review.
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Der sogenannte Ticket-War für Taylor Swift ein Jahr zuvor, war die reinste Hölle. Man musste sich zuerst anmelden und mit Glück hat man einen Code bekommen, mit dem man überhaupt erst am Ticketverkauf teilnehmen konnte. Knapp eine Stunde saß ich mit einer Freundin vor verschiedenen Geräten und haben versucht drei Tickets über Eventim zu ergattern, was am Ende auch zum Glück gelang.
Schon die Tage davor wurden die Fans in Swiftkirchen mit Musik und Unterhaltung in der City in Empfang genommen. Auf die Gäste wartete ein abwechslungsreiches Programm. Neben Karaoke-Sessions sorgte ein DJ-Set für die richtige Stimmung. Auch ein Walk-In-Tattoo-Stand war vor Ort und verschiedene Händler boten ein breites Spektrum an – von Do-it-yourself-Angeboten bis hin zu Essens- und Getränkeständen.
Ich war am letzten Tag (N3) vor Ort und schon vor dem Konzert war die Stimmung großartig. Fans haben eigenen Merch gebastelt und Armbänder getauscht. Alle hatten super Laune. Auch die Mannschaft des Schalke 04 ist an mir vorbeigelaufen. Der Einlass lief reibungslos.
Um 18:15 spielte die Vorband Paramore. Die Band ist bekannt für ihren Stil aus Alternative-Rock und Pop-Punk und wird von der Frontfrau Hayley Williams angeführt. Für mich persönlich eine großartige Vorband mit tollen Songs. Die Stimmung wurde so schon mal richtig gut angeheizt.
Danach folgte natürlich der Hauptact Taylor Swift. Die „Eras Tour“ ist eine globale Konzerttournee, die Taylor Swift’s Musikkarriere durch verschiedene „Eras“ ihrer Studioalben darstellte, wobei jede Ära für ein Album steht. Während der Show wurden 45 Songs aus verschiedenen Alben performt, was eine „Zeitreise“ durch ihre elf Studioalben ermöglichte. Somit blieb fast keiner ihrer Songs aus und alle Highlights wurden gespielt. Das Bühnenbild hat sich nach jeder Ära geändert und angepasst.
Das Konzert war knapp 3,5 Std. lang. Hut ab vor der Performance der Künstlerin und ihrer Background-Tänzer. Das Bühnenbild war grandios, die Tänzer super, der Gesang phänomenal und die Stimmung episch. Es war ein unglaubliches Gefühl mit so vielen Swifties sorgenlos zu singen und zu tanzen.
Nach dem Konzert sind wir zur Bahn gelaufen. Wie erwartet war es voll und wir hatten Schwierigkeiten in die Bahn zu kommen.
Eras Tour und Nachhaltigkeit
Für den US‑Abschnitt der Tour wurde geschätzt, dass allein durch private Jet-Reisen (Swift, Crew, Equipment) Emissionen in der Größenordnung von 2.830 Tonnen CO ₂äquivalent entstanden sind. Die ersten beiden Abschnitte (USA + Südamerika) ergaben laut Berechnungen rund 139 Tonnen CO₂e allein durch bestimmte Flugreisen (beispielsweise ihren langsameren Jet) über insgesamt ~66.500 Meilen/distance.
Es gibt Angaben, dass vor dem Beginn der Tour mehr als das Doppelte der Kohlenstoffzertifikate („carbon credits“) gekauft wurden, die nötig gewesen wären, um die Reiseemissionen der Tour zu kompensieren. Kritiker weisen aber darauf hin, dass bei solchen Kompensationsprojekten oft nicht klar ist, wie wirksam und transparent sie sind. Es wird kritisiert, dass bei den Konzerten viel Einwegplastik eingesetzt wurde: Wasserflaschen, Becher, Verpackungen, LED‑Leuchtarmbänder etc. Auch die Fan‑Kultur trägt bei: Freundschaftsarmbänder aus Plastikperlen, spezielle Outfits für Konzerte („Kostüme“), einmalige Modesünden („Fast Fashion“) etc. Stadiums/Konzerthallen benötigen sehr viel Energie für Licht, Sound, Bühnen‑Effekte, Klimatisierung etc. Diese Aspekte tragen deutlich zur Umweltbelastung bei. Logistik, Transport von Ausrüstung und Personal über weite Strecken ebenfalls.
Die Tour ist riesig – über viele Kontinente, viele Shows, riesige Mengen an Material und Bewegung. Das heißt, selbst wenn man einzelne Punkte verbessert, bleibt der absolute Fußabdruck hoch. Wenn man das alles abwägt: *Nein, die Eras Tour war nicht „nachhaltig“ im Sinne, dass ihr ökologischer Fußabdruck vernachlässigbar wäre. Aber es sieht so aus, als habe man zumindest versucht, Maßnahmen zu ergreifen, die besser sind als nichts. Im Vergleich zu einem vollständig unreflektierten Groß-Event fallen die Bemühungen positiv auf. Aber sie reichen nicht, um die Umweltkosten auf ein wirklich umweltverträgliches Niveau zu senken.
Hier geht’s zum Blogbeitrag „Wie nachhaltig sind Konzerte? – Tipps & Tricks für Veranstalter und Fans“
Fazit
Es war eines der besten Konzerte in meinem Leben (nach Coldplay), wobei hier auch die Stimmung vor, während und nach dem Konzert eine große Rolle spielte. Respekt an Taylor Swift für die 3,5 Stunden Show. Die 120€ waren jeden Cent wert.



